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Zur Braut

RenateGrundsätzlich stehe ich auf intelligente, humorvolle, dunkelhaarige, pfaditaugliche und redegewandte Frauen. Wenn diese noch die Geduld und Nerven aufbringen mich über Stunden und Tage auszuhalten und meine ab und wann nicht leicht zu bedienende Art im Griff haben, ja dann steht wohl die Traumfrau vor mir. Sie war die ganze Zeit so nah (von ihrem Elternhaus zu meinem sind es exakt 885m), doch es dauerte seine Zeit bis unsere Wege sich kreuzten.

Renate ist die mit Abstand beste Nebenwirkung meiner langjährigen Mitgliedschaft bei der Pfadi Lachen. Kennengelernt hatte ich die damals noch ziemlich junge Theia als Wölflileiterin. Als Quereinsteigerin sass sie eines Abends bei uns im Pfadihuus und wir diskutierten zu zweit die verschiedenen möglichen Auffassungen von Romantik.

Unsere Wege kreuzten sich inner- und ausserhalb der Pfadi noch einige Male. Nachdem ich ihr meine Natelnummer im Angel-Pub in Lachen auf einen Bierdeckel schrieb und sie sich daraufhin prompt bei mir meldete, unternahmen wir ab und wann Fahrten durch die Nacht und unterhielten uns über Weihnachtsbeleuchtungen und rote Lichter am Horizont.

In dieser Zeit war ich mir eigentlich ziemlich sicher: Ich will keine Freundin. Doch je mehr ich von Renate zu sehen bekam, je besser ich sie kennenlernte, desto mehr wusste ich: Eine Freundin möchte ich wohl nicht – aber Renate, die will ich haben.

Der erste Satz den Renate von meinem Mami hörte war „Ah, Rolf, bisch wieder mal nöd ellei?“. Mami sagte diesen Satz als sie Renate die Treppe von meinem Zimmer herunterkommen sah. Ich weiss bis heute (ehrlich!) nicht was Mami damit genau ausdrücken wollte, denn Frauenbesuche gehörten trotz Single-Zeit nicht zu meinem Alltag. Keineswegs.

We
Die Sache mit Renate entwickelten sich immer mehr zur grossen Liebe… Wir starteten in die Zweisamkeit, verbrachten viel Zeit miteinander und redeten viel. Im Alltag, mitten in der Nacht oder in den Ferien in Nufenen, der Toscana oder auf dem Rhein-Schiff lachten wir viel, diskutierten, machten unsere Erfahrungen beim Fetzen fliegen lassen (obwohl wir das eigentlich nicht allzu oft zelebrieren).

Schon bald wusste ich, dass Renate einfach perfekt passte. Sie denkt viel, das gefällt mir. Sie denkt anders als ich, das finde ich spannend. Sie hat andere Lösungen für Probleme oder Schwierigkeiten als ich, sie bremst mich ab und wann bevor ich durchbrenne oder holt mich aus der Ruhestarre wenns wichtig ist. Und ich? Ich liebe sie. Mit allem was zu ihr gehört. So wie sie ist.

„Das Leben findet immer einen Weg.“, Zitat aus Jurassic-Park… Ich bin grenzenlos dankbar, dass das Leben einen Weg fand, die 885m zu überbrücken…

Riesenrad
Obwohl ich nie Zweifel daran hegte, war ich gespannt, wie sich das Zusammenleben im gleichen Haushalt abspielen würde. Nach dem Einzug in unsere Wohnung in Richterswil entdeckten wir neue Reibungsflächen und übten uns einmal mehr im Begegnen von Herausforderungen (mit Zuversicht, wie der Pfadfinder zu sagen pflegt…). Die Beziehung wurde intensiver. Und schliesslich entwickelte sich im Herbst 2011 das Gefühl, Nägel mit Köpfen machen zu wollen. Das Gefühl reifte, man organisierte einen Ring und den Fiaker, der uns vom Hotel in Wien zum Riesenrad fahren sollte. In der Gondel Nummer 12 beantwortete Renate die Frage aller Fragen mit leuchtenden Augen… ich werde diesen Blick niemals vergessen.

Gandalf: „Dinge geraten nun ins Rollen, die nicht aufzuhalten sind." Genau. Los geht’s.